ELTERNTALK
Kontaktdaten
Besonders der Mediensektor entwickelt sich zurzeit so schnell, dass Eltern teils vor ganz neuen Fragen in ihrer (Medien-) Erziehung stehen. Videoplattformen, soziale Netzwerke, Chatrooms, komplexe Computerspiele, Onlinerollenspiele, virtuelle Welten... Was ist zu beachten, wo liegen die Chancen, wo sind gefährdende Aspekte zu berücksichtigen? Neben den Herausforderungen durch die neuen Medien steht bei Eltern aller Herkunfts- und Bildungsmilieus aber auch der alltagspraktische Erfahrungs- und Wissensaustausch über herkömmliche Medienthemen wie z.B. Fernsehen hoch im Kurs oder Fragen rund um das Thema Gesundes Aufwachsen in Familien. ELTERNTALK wird finanziell gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.
“ELTERNTALK fördert die Kommunikation zwischen Eltern und ihren Kindern und unterstützt sie bei ihrer Alltags- und Konfliktbewältigung. ELTERNTALK ist Gespräch, offener Erfahrungsaustausch, Beratung und Diskussion in einem. ELTERNTALK ermutigt Eltern, in der eigenen Familie eigene Wege zu finden und zu gehen” (Projektbroschüre)
ELTERNTALK ist ein lebensweltorientiertes Präventionsangebot mit Peer-to-Peer Ansatz. Die Eltern sind dabei die Hauptakteure. Es richtet sich an Eltern von Kindern bis vierzehn Jahren und will insbesondere auch Eltern mit Migrationshintergrund ansprechen sowie Eltern in besonderen oder belasteten Lebenslagen. So erhalten Eltern mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, ein Elterntreffen in der Muttersprache abhalten zu können. „Durch die Ansiedlung der Gesprächsrunden im privaten Wohnumfeld werden auch Zielgruppen erreicht, die sich bei institutionell gebundenen Formen der Elternbildung eher zurückhalten.“ (ebd.)
Projektorganisation
Oben in der Organisationskette steht das Referat ELTERNTALK der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. und ist für das landesweite Management für folgende Aufgaben verantwortlich: Konzeption, Entwicklung, Steuerung, Koordination, Coaching, Evaluation und Öffentlichkeitsarbeit. Es werden regelmäßig Schulungen für die Fachkräfte durchgeführt, kultur- und milieuflexible Einstiegsmodule zu den jeweiligen Talkthemen entwickelt sowie interne Evaluationen ausgewertet.
Die Vernetzung der sozialen Einrichtungen, Dienste und Institutionen ist von zentraler Bedeutung. Standortpartner sind u.a. Jugendämter, Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, freie und öffentliche Familienbildungsträger, Beratungsstellen, Gesundheitsämter, Suchtberatungsstellen, Eltern-, Familien und Frauenverbände etc. Die Partner sind aktiv eingebunden und erhalten vom Referat ELTERNTALK Unterstützung und Beratung.
Die Regionalbeauftragten sind pädagogische Fachkräfte und verfügen über regionale und strukturelle Kenntnisse in der Jugendhilfe. Wesentliche Aufgaben sind die Gewinnung, Schulung und Begleitung von Moderatorinnen. Sie arbeiten mit den Standortpartnern eng zusammen.
Die eigentlichen Hauptakteure sind die Moderatorinnen und Moderatoren. Sie besetzen die Schlüsselrolle zum Erreichen der Zielgruppen. „Die ideale Moderatorin ist interessiert an den ELTERNTALK-Themen, an neuen Kontakten und kann eine freundliche Gesprächsatmosphäre fördern.“
Ablauf:
Eine Moderatorin/ein Moderator sucht im Freundes- und Bekanntenkreis nach Gastgebern eines Elterntalks. Die Gastgeberin/der Gastgeber sorgt für eine geeignete Räumlichkeit, z.B. das eigene Wohnzimmer und lädt 4-6 Eltern aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zu einer Veranstaltung ein. Die Moderatorin/der Moderator führt mit einem Einstiegsmedium in das Thema ein und begleitet das nachfolgende Gespräch. Durch den offenen Erfahrungsaustausch werden Eltern ermutigt, aktuelle Erziehungsfragen anzusprechen und alltagsnahe Lösungen zu finden. Der offene Erfahrungsaustausch steht bei diesen Gesprächen im Vordergrund. Aus diesen Gesprächsrunden werden neue Gasteltern für weitere ELTERNTALK-Abende gewonnen.
Verbreitung
ELTERNTALK-Veranstaltungen werden in allen bayerischen Regierungsbezirken angeboten. Bis 2009 beteiligten sich 24.500 Eltern an den Gesprächsrunden. Seit 2006 nehmen Eltern jährlich je aus rund 40 Herkunftsländern teil, ca. 2/3 der Gäste jährlich geben einen nichtdeutschen Kulturkreis an. Der Anteil von Gästen mit eher einfachem Bildungshintergrund liegt jährlich deutlich über 50 Prozent.
ELTERNTALK gibt es seit 2001 und wird kontinuierlich evaluiert. Das Angebot ist für städtische und ländliche Verhältnisse geeignet.



