DIALOGBEREIT
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Eines ist sicher: Viele Konflikte zwischen jungen Christen und jungen Muslimen haben mit Vorurteilen, Falschinformationen und Unkenntnis zu tun. Doch wie will man diese unsichtbare Mauer aus Vorurteilen und Unkenntnis überwinden, wenn junge Menschen nicht gemeinsam darüber reden. Hier setzt das Projekt DIALOGBEREIT an.
DIALOGBEREIT funktioniert nur gemeinsam
„Gemeinsam“, das ist das entscheidende Stichwort: Das Projekt wird gemeinsam von Christen und Muslimen geplant und mit Leben gefüllt. Gemeinsam treten die beteiligten Organisationen auf und werben z.B. an Schulen, bei Jugendvereinen, Verbänden oder in Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit für die Teilnahme.Junge Muslime und junge Christen kommen zusammen, lernen sich (besser) kennen, besprechen ihre Fragen, klammern dabei ihre Vorurteile NICHT aus und arbeiten in sogenannten Dialogwerkstätten zusammen. Gemeinsam wird das Projekt vor Ort durchgeführt, wie beispielsweise in Ahlen oder Bestwig (s.u.). Durch das Projekt DIALOGBEREIT soll das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen gefördert werden.
Ziele des Projektes
- Das Projekt will Diskriminierung abbauen: Vorurteile haben häufig mit Unwissenheit zu tun. Darum werden durch das Projekt (fehlende) Informationen angeboten. Dies fördert eine faire Beurteilung.
- Es geht um das Kennenlernen unterschiedlicher Wertvorstellungen und deren Annäherung: Indem Wertvorstellungen der Migranten – und vor allem von Muslimen – verstanden werden und deren religiöse Herkunft ernst genommen wird, kommt die Lebenswirklichkeit dieser Bevölkerungsgruppe stärker in den Blick. Dabei ist dieser Prozess auf Gegenseitigkeit angelegt. Je mehr wir voneinander wissen, umso mehr sind Konflikte bearbeitbar.
- Die interreligiöse Annäherung ist auch ein Beitrag zur Gewaltprävention, so wird vermutet: Fachkräfte, die einen inhaltlichen Diskurs zu weltanschaulichen Fragen moderieren, helfen Gegensätze abzubauen und begleiten Jugendliche in einem vorurteilsfreien Umgang miteinander.
Konkrete Projekte vor Ort:
- Jugendliche von der Franz-Hoffmeister-Hauptschule in Bestwig im Sauerland stellten sich die Frage: „Was möchten wir eigentlich über die Religion der Mitschüler und Mitschülerinnen erfahren?“ Sie formulierten ihre Fragen, suchten Gesprächspartner und gestalteten dann große Informationsplakate, um deutlich zu machen, was sie herausgefunden hatten:
- Junge Christen und junge Muslime treffen sich im Jugendzentrum in Sendenhorst. Auch sie haben ihre Fragen besprochen. Und sie haben ein Modell ihres Jugendhauses gewerkelt. In jedem Fenster ihres Hausmodells ist etwas zu finden, was ihnen viel bedeutet.
- Schülerinnen und Schüler der Städtischen Realschule in Ahlen stellten die Frage: „Was ist uns wichtig?“ Auch die Religion…, auch die Freunde…, auch die Familie ist uns wichtig. Das, was ihnen wichtig ist, machten sie mit Hilfe von Symbolen und Wert-Gegenständen deutlich. Diese Wert-Gegenstände stellten sie der DIALOGBEREIT-Wanderausstellung zur Verfügung.
- Jugendliche aus Borken haben große Fotos zum Thema Christ-Sein, Muslim-Sein gemacht, bearbeitet und ausgestellt.
Das sind einige Beispiele, wie junge Muslime und Christen miteinander ins Gespräch gekommen sind. Und mit ihren Dokumentationen und kreativen Beiträgen entstand eine beeindruckende Wanderausstellung, die in Ahlen, Sendenhorst, Bocholt, Düsseldorf, Köln, Olpe, Borken, Paderborn und Bergheim gezeigt wurde. Weiter ging es nach Stuttgart zum 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag, später dann auch nach Bestwig, Herten und Münster.



