PEaS – Peer Eltern an Schule - Kommunale Suchtprävention für Kinder und Jugendliche
Kontaktdaten
PEaS – Peer Eltern an Schule war in seiner Pilotphase: 2009-2011 ein suchtpräventives Partnerschaftsprojekt des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg von Berlin, der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin und der AOK Nordost – Die Gesundheitskasse. PEaS unterstützt Eltern bei der suchtpräventiven Erziehung ihrer Kinder über die Grundschulzeit hinaus (hier ist anzumerken, dass in Berlin Grundschule die 1. bis 6. Klasse umfasst). PEaS-Eltern werden mit den relevanten Fachkräften vernetzt: Kontaktlehrer/innen für Suchtprophylaxe, Schulsozialarbeit etc. Diese Fachkräfte werden in einem extra Modul über das Programm informiert und geschult.
Zielgruppe
Kern-Zielgruppe vom Programm Peer-Eltern an Schule sind Mütter und Väter von Grundschüler/innen der 3. - 6. Klassen. Das Projekt steht allen Eltern unabhängig von Herkunft, Kultur, Religion, Sprache etc. offen. Durch mehrsprachige Informationsflyer, Dolmetscher/innen schon bei den ersten Info-Elternabenden und Einbindung bereits vorhandener Integrationsmaßnahmen und Ansprechpartner/innen für Zuwanderer/innen an den Schulen wird der Zugang für Eltern mit Migrationshintergrund geebnet.
Zweite wichtige Zielgruppen sind die Schulsozialarbeiter/innen, Kontaktlehrer/innen für Suchtprophylaxe und/oder Schulpsycholog/innen als Multiplikator/innen und Partner/innen der Eltern. Die Förderung des Zusammenwirkens von Eltern und Schule garantiert eine ganzheitlichere Herangehensweise und erhöht die Wirksamkeit des Projektes.
Programmziele
Das Peer-Eltern-Programm stärkt Eltern in ihrer Vorbildfunktion und Erziehungskompetenz hinsichtlich Gesundheitsförderung und Suchtprävention und schützt dadurch Kinder und Jugendliche – und das vor bzw. mit Beginn der Entwicklungsphase der Pubertät der Kinder. Eltern, die ihren Kindern Vorbilder sind, fürsorglich und dennoch Grenzen setzend agieren, Fähigkeiten fördern und Gesundheit als Basis begreifen, leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Bildungs- und Lebensperspektiven ihrer Kinder. Peer-Eltern an Schule ist ein Brückenprogramm zwischen Grund- und weiterführender Schule – die Peer-Eltern sind sozusagen Elternsprecher/innen in Sachen elterlicher Erziehungskompetenz und Gesundheitsförderung.
Ziele von PEaS:
- Stärkung der elterlichen Mitwirkung im Setting Schule
- Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung und der Kommunikation in der Familie
- Erhöhung der Ausbildung familiärer Schutzfaktoren
- Minimierung von Risikofaktoren für eine Suchtentstehung
Teilziele von PEaS:
- Eltern für suchtfördernde Strukturen, Mechanismen und Bedingungen sensibilisieren
- Eltern ein breites Fachwissen und Informationen zur Verfügung stellen
- Eltern miteinander ins Gespräch bringen
- Eltern motivieren und begleiten
Aufbau des Programms
1. PEaS-Kurse für Eltern (3 Termine á 3 Stunden)
- Modul 1: Alkohol, Handy, Computer, Tabak – wie spreche ich mit meinem Kind darüber?
- Modul 2: Hilfe, mein Kind pubertiert! – Wie kann ich trotzdem im Gespräch bleiben?
- Modul 3: An wen kann ich mich wenden, wenn ich mir Sorgen um mein Kind mache?
2. PEaS-Multiplikator/innen-Schulung zur Einbindung der Eltern in die schulische Präventionsarbeit. Schulsozialarbeiter/innen, Kontaktlehrer/innen und/oder Schulpsycholog/innen der Grundschulen werden zum Peer-Eltern an Schule-Konzept informiert und zur Kooperation motiviert. In einem zweiten Schritt werden die weiterführenden Schulen für das Projekt „aufgeschlossen“ und die Kontaktanbahnung zwischen weiterführender Schule und Peer-Eltern, die im aktuellen Schuljahr wechseln, initiiert.
3. Eltern-Tische: Eltern-Tische werden nach Durchführung der 3 Module begleitend für die Eltern durchgeführt, um regelmäßigen Austausch zwischen den Eltern zu gewährleisten, diesen fachlich zu begleiten und den Eltern Unterstützung und Sicherheit im alltäglichen Handeln zu geben.
Die Kursleitung übernimmt die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin in Zusammenarbeit mit Kolleg/innen aus dem medizinischen und pädagogischen Bereich aus dem jeweiligen Stadtteil. Je nach Bedarf der teilnehmenden Eltern werden Sprachmittler/innen eingebunden. In jedem Modul wird mit den Eltern erarbeitet, wie sie die gelernten Inhalte als Peer-Eltern an andere Eltern weiter geben können.
Auszeichnungen
Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat mit PEaS im 5. Wettbewerb „Vorbildliche Strategien kommunaler Suchtprävention“ (1), am 06. Juni 2011, verliehen durch den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, den ersten Preis in der Kategorie kreisfreie Städte gewonnen. Diese Auszeichnung unterstreicht die Tatsache, dass PEaS, gerade durch das kommunale Engagement, im Bereich der Suchtprävention wegweisend ist. „Der Projektansatz ist niedrigschwellig und über den Peer-Ansatz besonders gut geeignet, Eltern und Familien in besonderen Lebenslagen zu erreichen. So weist das Programm eine hohe Akzeptanz bei den Eltern auf und erzielt nachweisbar Effekte bei ihrer Sensibilisierung für suchtpräventiv relevante Themenbereiche.“ Bestätigt wird dies auch durch die Evaluationsergebnisse der FU Berlin.
(1) 5. Wettbewerb Kommunale Suchtprävention: "Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen", http://kommunale-suchtpraevention.de/



