MADE BY: SELF - das Jugendprojekt
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Abendliche Jugendkultur findet heute weniger in Jugendhäusern als auf Partys und in Clubs statt. Dabei treten zunehmend drei Probleme für Jugendliche und Veranstalter auf: Das sogenannte „binge drinking“ oder Komasaufen. Dabei versuchen Jugendliche so schnell wie möglich in einen extremen Rauschzustand zu kommen. Das zweite Problem folgt aus dem ersten: alkoholisierte Jugendliche neigen häufiger zu aggressivem und gewalttätigen Verhalten und Veranstalter und Türsteher haben es deshalb häufiger mit Vandalismus und handgreiflichen Auseinandersetzungen zu tun. Das dritte Problem ist die von Jugendlichen erfahrene Ausgrenzung im nächtlichen Clubleben, gerade wegen erhöhter Gewaltbereitschaft durch übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsum. Vermischt mit sozialen, ethnischen und anderen Hintergründen kommt es zu verschieden erfahrenen Diskriminierungen.
Ansatz und Ziele des Projekts:
Die Initiatoren des Projekts kennen all diese Probleme aus eigener Erfahrung. Eine härtere „Türpolitik“ ist dabei keine Lösung. Deshalb haben sich Profis aus dem Nacht- bzw. Clubleben zusammen geschlossen, um mit Jugendlichen aus verschiedenen Schulformen, aus allen sozialen Schichten und unterschiedlichen Herkünften zusammenzuarbeiten.
Gestalten statt konsumieren ist der Leitspruch des Projekts. Die Veranstalter von MADE BY: SELF möchten zusammen mit Jugendlichen vier Mal im Jahr eine Party organisieren. Die Partys werden von Anfang an gemeinsam geplant, organisiert, gefeiert und abgewickelt. Innerhalb von drei Monaten lernen die Jugendlichen, was es heißt, eine große Party in einer angesagten Location zu organisieren. Unterstützt werden die Jugendlichen von einem Team aus echten Profis aus den Bereichen Veranstaltungs- und Budgetmanagement, Booking, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Design und Werbung, Visuals, Deko, Gastronomie, sowie Licht- und Tontechnik.
Auch mit dem Thema Jugendschutz müssen sich die Jugendlichen auseinandersetzen und erfahren direkt vor und während der Party, was es heißt, Personen unter 16 Jahren oder zu stark alkoholisierte Besucher an der Tür abzuweisen, mit aggressivem Verhalten umzugehen, keinen harten Alkohol an unter 18-jährigen auszuschenken und die eigenen Vorurteile gegenüber bestimmten Personengruppen zu reflektieren. Sie lernen, das Jugendschutzgesetz kennen und müssen es konsequent umsetzen.
Die Jugendlichen sollen die guten Seiten der Feierkultur kennen lernen und in Zukunft jeder Party eine gewisse Wertschätzung entgegenbringen. Dass Feiern mehr ist als besoffen zu sein, erlebt man am besten, wenn man selbst an der Organisation und Umsetzung beteiligt ist.
Bis zu 240 Teilnehmer können direkt mitmachen. Über den Freundes und Bekanntenkreis werden ca. 1000 Jugendlichen angesprochen und mit den Partys selbst können bis zu 4000 junge Menschen erreicht werden. Wichtig ist bei dem Projekt, dass Jugendliche aus allen Schichten und Milieus teilnehmen können und sollen.
Zwei Ziele sollen erreicht werden: zum einen soll ein neues Bewusstsein zum sonst konsumorientierten Partyverhalten entstehen. Zum anderen sollen daraus Verhaltensänderungen hervorgehen. Das Nachtleben als Kultur und persönliche Ausdrucksform soll erfahrbar gemacht werden. Ein bewusster Umgang mit sich selbst und dem Umfeld der eigenen Partyszene soll gefördert werden.
Die ersten vier Partys sollen ein Modellprojekt sein und nach einer Evaluation 2013 fortgesetzt werden aber auch anderen Kommunen als Anregung dienen.
Aufbau des Projekts
- Vorbereitungs- und Teilnehmerfindungsphase:
- 60 Teilnehmer aus verschiedenen Schulformen und sozialen Hintergründen.
- Vorbereitung der Dozierenden
- Organisation wie Raumplanung und Öffentlichkeitsarbeit
- Workshop- und Planungsphase
- Organisations- und Veranstaltungsmanagement
- Marketing und Kommunikation
- Design
- Deko, Visuals und VJing
- Sound, Lichtdesign, Veranstaltungstechnik
- DJing
- MADE BY: SELF
- Die Party
- Nachbereitung
- Abschlussessen
Start des Projekts: Oktober 2011, Anmeldung jetzt möglich!
Aus dem Konzeptpapier des Projekts:
MADE BY: SELF ist viel mehr als eine der oft langweilig anmutenden von Pädagogen in pädagogischen Einrichtungen organsierten Partys. Im Vordergrund stehen die Bedürfnisse der Jugendlichen und ihr Verständnis von Ausgehen und Feiern. Wir bieten ihnen den Raum und die Möglichkeiten eine Party mit all ihrer Faszination zu entwickeln und umzusetzen.
Das Projekt hat viele Partner und Unterstützer
Projektkoordination: Festnetz - Netzwerk für Feste | Iyabo Kaczmarek & Gunnar Geßner GbR
Projektpartner: BI Raschplatz e.V. / Kulturzentrum Pavillion; Step gGmbH Hannover; Landeshauptstadt Hannover; Kulturzentrum FAUST e.V.
Projektunterstützer: Polizeidirektion Hannover – Prävention, Region Hannover / HaLT-Projekt, Kommunaler Kriminalpräventionsrat, Landespräventionsrat



